Victoria Coeln

Victoria Coeln wurde 1962 in Wien, Österreich geboren, wo sie lebt und arbeitet.

Die Fotogramm-Serie Lichtzeit legt bereits im Titel nahe, wie sie gelesen werden möchte, nämlich als Belichtungsreihe, in welcher die Kausalität von Licht und Zeit demonstriert wird. Bei einer minimalen Zeit von 0,3 Sekunden lösen sich Cyan, Magenta und Yellow erstmals für unser Auge wahrnehmbar vom weißen Fond des Fotopapiers, entwickeln sich zu satten, scharf konturierten flächigen Farben um in Folge abzudunkeln und bis zu einer Belichtungszeit von 42 Sekunden mit Überstrahlungen und Unschärfen eine Raumtiefe zu suggerieren. Coeln hat dafür mit transparenten Reprolux-Farbenauf drei passgenauen Glasplatten je ein rotes, ein grünes und ein blaues Feld so aufgebracht, dass diese unterschiedlich groß und zueinander verschoben sind und, in der Dunkelkammer übereinanderliegend belichtet, sowohl Weiß als auch den CMYK-Farbraum ergeben.

Lichtzeit I + II sind Schlüsselserien im Werk Coelns, die aus ihrem langjährigem Interesse für Farbenlehren (die Young-Helmholtz-Theorie, Josef Albers Interaction of Color oder die Farbenlehre von Heimo Zobernig und Ferdinand Schmatz) einerseits und frühe Versuche, Farbfotografie durch additive Farbmischung herzustellen (James Clerk Maxwell) hervorgehen, und können als Grundlagen für ihre später entstandenen Chromogramme gelten.

 

Victoria Coeln was born in 1962 in Vienna, Austria, where she lives and works. 

The title of the photogram series Lichtzeit (Light Time) indicates how these works should be interpreted, namely as a bracketed series of exposures, in which the causality of light and time is demonstrated. In a minimal time of 0.3 seconds Cyan, Magenta and Yellow arise from the white of the photo paper, for the first time perceptible to the human eye. They develop into lush colors with sharply contoured surfaces, which subsequently darken and, with an exposure time of 42 seconds, create, by means of overshining and blurring, spatial depth. To do this, Coeln applied transparent Reprolux paint to three glass plates of the same size, creating three fields on each of the plates ― one red, one green and one blue. Arranged at different distances to each other, the plates were superimposed on one another and exposed in the dark room. The result: white as well as CMYK-colored space.

Lichtzeit I + II are key series in Coeln’s work that arose as a result of her long-term interest in color theory (the Young-Helmholtz-Theory, Josef Albers Interaction of Color or the Farbenlehre of Heimo Zobernig and Ferdinand Schmatz) on the one hand and early efforts to create color photography by using additive color mixtures (James Clerk Maxwell), and can be seen as the basis for her later chromograms.

Ausstellungsansicht "FarbeLicht - LichtFarbe. Dem Licht auf der Spur", Neuer Kunstverein Aschaffenburg, 2017 (mit Siegfried Kreitner)
Ausstellungsansicht "FarbeLicht - LichtFarbe. Dem Licht auf der Spur", Neuer Kunstverein Aschaffenburg, 2017 (mit Siegfried Kreitner)
„LICHTZEIT I“ – 2000, 12 Fotogramme: Mehrfachbelichtung durch manuell beschichtete RGB-Filter, Unikate, je 70 x 92 cm
„LICHTZEIT I“ – 2000, 12 Fotogramme: Mehrfachbelichtung durch manuell beschichtete RGB-Filter, Unikate, je 70 x 92 cm
„Chromogramme“ – 2002/2017, Mehrfachbeschichtung durch mit Malerei beschichtete Gläser auf Aluminium, Unikate, je ca. 20 x 25 cm
„Chromogramme“ – 2002/2017, Mehrfachbeschichtung durch mit Malerei beschichtete Gläser auf Aluminium, Unikate, je ca. 20 x 25 cm

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