Ganzheit als Prinzip

Schwingende Skulpturen und Faltobjekte

Peter Weber - Martin Willing

tl_files/bender/Ausstellungen/Ganzheit als Prinzip OA16/DSC04765_web.jpg

Katalogvorstellung am Samstag, 15. Oktober - 19 Uhr:
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Textbeitrag von Prof. Klaus Honnef.

Sonderveranstaltung - PLATEAU münchen 28./29. Oktober:
Finissage am Freitag, 28.10. bis 21 Uhr - Entfaltung der „Footprints“ von Peter Weber um 19 Uhr.
Samstag, 29.10. geöffnet von 11 bis 18 Uhr.

 

tl_files/bender/images/iconPDF.gifFlyer Peter Weber zur Ausstellung
tl_files/bender/images/iconPDF.gifFlyer Martin Willing zur Ausstellung

Ausstellungsdauer vom 9. September bis 29. Oktober 2016
Duration of the show from September 9th to October 29th, 2016

 

Die in der Ausstellung gezeigten Faltobjekte Peter Webers aus Filz, Papier und anderen Materialien sprechen das taktile Empfinden ihrer Betrachter ebenso an wie die schwingenden Metall-Skulpturen von Martin Willing.

„Über Webers Objektbilder möchte man unwillkürlich mit den Fingerspitzen streichen. Die Werke von Martin Willing müssen sogar durch einen Impuls von außen in Bewegung versetzt werden, um ihre künstlerische Intention vollständig verwirklichen zu können. Sei es durch die Hände der Betrachter, sei es durch den Wind – bisweilen genügt ein kaum spürbarer Luftzug. (…) Die Bildobjekte des einen und die Raumgebilde des anderen sind die Ergebnisse sorgfältiger Planung und Berechnung sowie deren exakter Ausführung. Zugleich sind sie von bestechender ästhetischer Qualität. In ihnen verkörpert sich nicht nur Schönheit, sondern so etwas wie die Essenz der Schönheit. Die Schönheit absoluter formaler Strukturgesetze, die Schönheit klarer Gedankenvollzüge, und, nach mancherlei Überzeugung, ein anschauliches Äquivalent dessen, was das Universum „im Innersten zusammenhält“. (Prof. Klaus Honnef)

 

Peter Weber’s folded works made of paper, felt and other materials speak to the tactile sensibility of their viewers as well as Martin Willing's moving sculptures.

"Peter Weber’s pictorial objects invite us to run our finger tips over them. The works of Martin Willing have to be set into motion by an impulse from outside for their artistic intention to unfold, whether by the hands of the viewer or by the wind. Occasionally, a barely noticeable whiff of air is sufficient (...) The creation of the former artist’s pictorial objects and the latter’s spatial forms rely on thorough planning and calculation as well as exact execution. At the same time they are of exceptional aesthetic quality. Not only do they embody beauty but also something like the essence of beauty: absolute formal structural laws, clarity of thought and, as some believe, a visual equivalent of what “holds the universe together at its core.”(Prof. Klaus Honnef)

 

Martin Willing und Peter Weber im Atelier

Martin Willing und Peter Weber im Atelier von Martin Willing. Foto: Julian Böing

 

tl_files/bender/Ausstellungen/Ganzheit als Prinzip OA16/DSC04857.jpg

Ausstellungsansicht "Ganzheit als Prinzip", Galerie Renate Bender, München

 

tl_files/bender/Ausstellungen/Ganzheit als Prinzip OA16/DSC04880.jpg

Ausstellungsansicht "Ganzheit als Prinzip", Galerie Renate Bender, München

 

tl_files/bender/Ausstellungen/Ganzheit als Prinzip OA16/DSC04865.jpg

Ausstellungsansicht "Ganzheit als Prinzip", Galerie Renate Bender, München

 

tl_files/bender/Ausstellungen/Ganzheit als Prinzip OA16/DSC04871.jpg

Ausstellungsansicht "Ganzheit als Prinzip", Galerie Renate Bender, München

 

tl_files/bender/Ausstellungen/Ganzheit als Prinzip OA16/DSC04860.jpg

Ausstellungsansicht "Ganzheit als Prinzip", Galerie Renate Bender, München

 

PETER WEBER

Peter Weber wurde 1944 in Kollmar/Elbe geboren. Er lebt und arbeitet bei München.

Aus einem Stück und ohne einen Schnitt durch die Fläche gefertigt, rücken Peter Webers Arbeiten das Phänomen der Faltung in das Blickfeld ihrer Betrachter. In seinen seriellen Papierarbeiten aus rein-weißem Canson Aquarell wird die mathematische Vielfalt dieser Technik in Perfektion durchdekliniert; von starker stofflicher Präsenz sind dann die Faltarbeiten aus power-vollem Filz, welcher seit 2001 Webers dominierender Werkstoff ist. Die Bändigung der Filzbahn in die von ihm vorgegebene geometrische Konstruktion führt hier zu Arbeiten von skulpturaler Ausdrucksstärke. Neben Filz und Papier verwendet Weber auch Materialien wie Leinwand, Baumwolle, Kunststoff uns sogar Stahl.

„Das Faltmaterial wandelt sich aus der Fläche zu einem architektonischen Gebilde, um dann wieder als Relief in die Fläche zu gleiten. Es ist der Gedanke der Ganzheit, der mich fasziniert und reizt, immer wieder an die Grenzen des Machbaren zu gehen, um komplizierte Sachverhalte der Gestaltung zu lösen.“ (Peter Weber)

 

Peter Weber was born 1944 in Kollmar/Elbe, Germany. He lives and works near Munich, Germany.

Made from one piece of material and without any cuts dividing the surface, Peter Weber’s works focus on the phenomenon of folding as an artistic form. In Peter Weber’s serial paper works of pure white Canson watercolor paper, the mathematical variety of this technique is revealed in all its perfection. The folded work of dense felt, which has dominated Weber’s work since 2001, has a strong material presence. Subduing the sheet of felt so as to shape it into the required geometrical construction, results in works of great sculptural expressiveness. Folded works in paper, cotton, synthetic materials and even steel now dominate his artistic work.
 
„The material I fold transforms from a one-dimensional flat structure to an architectural three-dimensional object which slides back to a flat relief. It is the thought of wholeness which fascinates me and which provokes again an again that I reach out to the limits of the technical feasible, to resolve complex structures of creation.”
Peter Weber
 
 
Peter Weber_Streifendurchdringung FBLC6 – 2015   Filz blau gefaltet, 56 x 56 cm
Peter Weber, "Streifendurchdringung FBLC6" – 2015
Filz blau gefaltet / Felt blue folded, 56 x 56 cm
 

 

 

MARTIN WILLING

Martin Willing wurde 1958 in Bocholt geboren. Er lebt und arbeitet in Köln.

Mit seinen schwingenden Skulpturen nimmt Martin Willing eine singuläre Position in der Bildhauerei ein. Er zeigt, wie Rhythmik und Gestalt ihrer Schwingungen von ihrer Form, ihrer Masse und ihrer Orientierung zum Schwerefeld der Erde abhängen. Das Besondere dabei ist, dass er die Beweglichkeit seiner Skulpturen aus den elastischen Eigenschaften der verwendeten Metalle herausarbeitet, durch „Vorspannen gegen die Schwerkraft“. Die Spannkraft des Materials hält die dünnen, filigranen Strukturen in der vom Künstler erdachten Form und ermöglicht zugleich ihre überraschende Beweglichkeit. In Ruhe und im Gravitationsfeld der Erde verharren die Skulpturen in ihrer geometrisch-mathematischen Form. Der Betrachter selbst ist es, der diese Ordnung aufbricht; er ist aufgefordert, die Skulpturen zu berühren, in Bewegung zu bringen. Er bestimmt Intensität, Richtung und Impuls. Die Skulptur „antwortet“ darauf in jeweils eigener Art und Weise, sie schwingt in ihrer „Eigenfrequenz“, wandelt den Impuls in Rhythmus, Verlauf und Dauer einer Schwingung um.

 

Martin Willing was born in 1958 in Bocholt, Germany. He lives and works in Cologne, Germany.
 
Martin Willing has a singular position in sculpting art. With his moving sculptures he demonstrates rhythmics and forms of wave motions depending on their shape, their mass and their orientation to gravitation. Remarkable in his work is that he creates movement out of the elastic properties of the material by “pretension against the force of gravity”. Tension force keeps the filigree structures in their intended shape and in addition allows their surprising free room of motion. In static condition and under force of gravity his sculptures remain in their geometric-mathematical shape. The viewer himself becomes actor, is invited to touch the sculptures, to set them in motion.
He determines intensity, direction and impetus. The sculpture is responding in its own way, it is moving in one
of its “eigenfrequencies”, transforming the impetus into rhythm, course and length of a particular movement.
 

Martin Willing_Ring mit Stäben um Fünfeck

Martin Willing, "Ring mit Stäben um Fünfeck" – 2012/2016
Künstlerexemplar I/II / artist proof I/II
Duraluminium, mit Vorspannung aus Block geschnitten, gebeizt, auf Edelstahlplatte /
Duralumin, pre-stressed shape cut from a block, stained, on stainless steel base
Höhe / height 61 cm, Ø 50 cm, WVZ Nr. 2012-03

...mehr zu Martin Willing

 

 

FOOTPRINTS

Im Rahmen der neuen Veranstaltung PLATEAU münchen laden wir zu einer Finissage am Freitag, 28.10. von 18 bis 21 Uhr ein – die Entfaltung der „Footprints“ von Peter Weber findet um 19 Uhr statt:

In zahlreichen Ausstellungen hat Peter Weber in den letzten Jahren seine „Footprints“ installiert. Der Footprints-Zyklus ist ein in Anlehnung an die Concept-Art verfolgtes, mehrjähriges Projekt. Für die Ausstellung „Ganzheit als Prinzip“ werden sechs Baumwoll-Rechtecke gefaltet und die Faltkanten zugenäht. Die geschlossenen Objekte werden dann im Eingangsbereich der Galerie Renate Bender auf dem Fußboden fixiert. Die Besucher der Ausstellung sind eingeladen auf der Arbeit ihre Fußspuren zu hinterlassen und "pigmentieren" so mit dem Staub und Schmutz der Straße das Kunstobjekt. Am 28. Oktober 2016 wird dann die Faltung geöffnet und zeigt nun die geometrische Faltkonstruktion: ein Muster aus den jungfräulich weiß gebliebenen zugefalteten Stellen und jenen, die mit dem Staub und Schmutz pigmentiert wurden. Die so entstandenen sechs Bilder werden anschließend auf Keilrahmen aufgezogen und als Gemälde präsentiert. Die Besucher selbst sind es, die die durch ihre Teilhabe, also durch das Betreten der Arbeit, die „Footprints“ erst ermöglichen.

 

tl_files/bender/kuenstler/weber_peter/DSC02826.jpg

Foto: Entfaltung der "Footprints" im Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt, 2015.

 

 

Zurück